Teil eines Werkes 
2. Band (1869)
Entstehung
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Thränen.Ich will gern arbeiten, bis ich umſinke, nur kein Almoſen von einem Herrn annehmen.

Einige Minuten hielt die Mutter ihr Kind umfan⸗ gen, dann fragte ſie ſchüchtern:Emilie, was haſt Du zu eſſen? Es iſt wohl gegen Mittag, ich ſpüre einen regen Appetit.

Emilie erbleichte.Für mich ſind einige Kartoffeln zu Mittag da, und Dir wollte ich eine ſtärkende Suppe kochen. Vergib mir, daß ich nicht früher daran gedacht habe; Du wirſt noch ein Viertelſtündchen warten müſ⸗ ſen entgegnete die gute Tochter troſtlos.

So ſchlimm, wie Du denkſt, ſteht es nicht mit meinem Hunger; ich wollte Dich nur erinnern, das Mehl zu beſorgen, ſprach Frau Baude, ein Lächeln erzwingend.

Emilie eilte in die Küche und begann mit großer Haſt die verſprochene Suppe für die Mutter zu kochen; an ſich dachte ſie nicht, ſie verſpürte keinen Appetit. Die Ausſicht, ohne jede Erniedrigung eine Erwerbs⸗ quelle zu erhalten, aus der ſie die Mittel zur Linderung der Noth ſchöpfen konnte, nahm ihr ganzes Sein voll⸗ ſtändig in Anſpruch.

Eben waren die beiden Frauen im Begriff, ihr kärgliches Mahl einzunehmen, als es abermals an die Thür klopfte und der Doctor Grieſe eintrat.