11
Die jugendliche Sängerin war der übrigen Geſell⸗ ſchaft um einige Schritte voraus und ſuchte offenbar dem großen Haufen fern zu bleiben, denn ihr Gang war eilig, ſie achtete nicht auf die Geſpräche hinter ihr.
Nach einer Wanderung von etwa zehn Minu⸗ ten wandte die flüchtige Kleine ſich plötzlich zu den übrigen Mädchen, rief ihnen eine gute Nacht zu und verſchwand in der Thür eines ganz unſcheinbaren Häuschens.
„Laßt das Gänschen gehen, ſie wird ſchon klug werden“ hörte Arthur die älteſte der Sängerinnen ihr nachſprechen.
Er kehrte jetzt um und ging ebenfalls nach ſeiner Wohnung. Es wäre ein Jammer, dachte er bei ſich, wenn das liebliche Geſchöpf in den Schmuz der Lebens⸗ weiſe ihrer Gefährtinnen verſinken ſollte. Aber wie war da zu helfen? Und welcher falſchen Beurtheilung ſetzte er ſich und das junge Mädchen aus, wenn er öffentlich als deſſen Beſchützer auftrat und es ſich verpflichtete! Litt dadurch der Ruf des letztern nicht vielleicht mehr, als wenn es ſich dem Laſter in die Arme warf?
Trotz der letzten Befürchtung ſtand der Vorſatz des Baumeiſters feſt, am nächſten Tage einen Beſuch in dem kleinen Häuschen zu machen, das eben die ſchöne Harfenſpielerin aufgenommen hatte, und, wenn es in


