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erſchloſſen haben. Er ſagte mir, daß er mich fliehen müſſe, ich ſuchte ſeine Vorurtheile zu bekämpfen, da nahte der Oheim und ſchleuderte ihm die größten Be⸗ leidigungen ins Geſicht. Kann er danach als Ehren⸗ mann mich aufſuchen?“
Der General erhob ſich und rief:„Kind, ich werde ihn zu Dir führen, wenn dem ſo iſt, Ihr ſollt glück⸗ lich werden.“
„Nein, Papa, unternimm nichts in dieſer Ange⸗ legenheit“ bat Alice.„Nur um eins flehe ich Dich an: verlange nie von mir, daß ich einem andern Manne meine Hand reiche. Iſt es Gottes Wille, daß ich glück⸗ lich werden ſoll, ſo wird er auch Wege finden, mich mit dem Baumeiſter wieder zu vereinigen.“
Der General dachte bei ſich:„Da hätte Gott viel zu thun, wenn er ſich um alle Liebſchaften kümmern ſollte.“ Aber er ſchwieg, denn er mochte mit ſeinem ſehr ſchwachen Glauben an wunderbare Fügungen von oben nicht die frohe Zuverſicht der Tochter ſtören. Nach einem längern Schweigen fragte er beſorgt:„Und glaubſt Du nicht, daß der ſtete Gedanke an Deine unglückliche Liebe im Stande iſt, Dich krank zu machen?“
„O fürchte nur nicht, mein Väterchen, daß es mir ſo ergeht wie Adelheid“ rief Alice lächelnd.„Nein, gewiß nicht! Ich male mir immer unſer einſtiges Wie⸗


