Teil eines Werkes 
1. Band (1869)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

228

beurtheilen kann, entgegnete Alice,und ich trage durch⸗ aus kein Verlangen, neue Bekanntſchaften anzuknüpfen. Die junge Dame, die Du mir als Geſellſchafterin ge⸗ geben, genügt mir vollkommen, wir ſind uns recht gut, und zum Winter kommen ja die Töchter des Oberſten von Ansbach auf einige Zeit her, dann habe ich Zeit genug zu plaudern und dem Vergnügen zu leben.

Du biſt ein gutes Kind, meine liebe Alice; aber bei all Deiner Herzlichkeit für mich vermiſſe ich ſeit unſerer Reiſe doch den jugendlichen Frohſinn an Dir, der Dich früher nie verließ. Sage, meine Tochter, liebſt Du den Baumeiſter Soren wirklich ſo ſehr, daß Du ihn nicht wieder vergeſſen kannſt? ſprach der Vater weiter.

Alice wurde plötzlich ſehr ernſt, ſie blickte den Vater mit großer Innigkeit an und bat:O Papa, frage mich danach nicht; ich mag kein Geheimniß vor Dir haben und kann Dir nicht die Unwahrheit ſagen; will ich aber die Wohrheit ſprechen, ſo betrübe ich Dich.

Nicht doch, mein Kind, Du kannſt mir Alles ſagen, ohne befürchten zu müſſen, mir wehe zu thun ant⸗ wortete der General.

Nun denn, ſo wiſſe, daß ich ihn nie wieder ver⸗ geſſen werde. O wüßteſt Du nur, wie edel und gut er iſt, wie einem Mädchen das Herz zu klopfen an⸗