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wurde, als ſie ſich noch mehr zu ihm hingezogen fühlte und der Mutter gegenüber offen erklärte, daß ſie ſich, was ihre Liebe betreffe, in keiner Weiſe beſchränken laſſen werde. Es folgten einige kleine Familien⸗
ſcenen zwiſchen Mutter und Tochter; der letztern wurde
endlich auch vom Vater ſtreng unterſagt, Soren irgend⸗ wie auszuzeichnen, und ihr mancherlei haltbare Gründe angegeben, die eine Liebſchaft des neunzehnjährigen Menſchen als eine Thorheit erſcheinen ließen; doch Adelheid folgte nur dem Zuge ihres Herzens und hatte für keinerlei Vernunftgründe Gehör. Wir haben bereits geſehen, daß ſie Wege fand, den Geliebten auch gegen den Willen ihrer Aeltern zu ſehen und zu ſprechen.
Mit dem feſten Vorſatz auch diesmal jeden Verſuch des Vaters, ſie gegen den Lieutenant Soren einzu⸗ nehmen, unberückſichtigt zu laſſen, folgte Adelheid dem erſtern in das Wohnzimmer ihrer Mutter, wo ſie dieſe anweſend und mit dem Leſen eines Buchs beſchäftigt fand.
Frau von Wüſtenbrink legte das Buch beiſeite, erhob ſich und ſchritt den Eintretenden entgegen.„Du warſt im Garten, Kind?“ fragte ſie, die Tochter auf⸗ merkſam betrachtend.
„Papa hat mich dort eben abgeholt“, erwiderte Adel⸗ heid unbefangen.
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