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Einſam und verlaſſen, mitten im Menſchengewühl, geht er durch das Leben, hoffend, in jenen lichten Höhen ſeine Anna als verklärten Engel wiederzufinden.
Der Paſtor Stade bekleidet ſeit lange das Amt
eines Conſiſtorialraths, aber auch er iſt unvermählt
geblieben und ſucht ſein ganzes Glück in dem Wohl ſeiner Mitmenſchen.
Der Oheim des jungen Grafen iſt, von bittern Gewiſſensqualen verzehrt, längſt in die Ewigkeit ge⸗ gangen. Erſt in der Sterbeſtunde erlangte er die Ver⸗ zeihung ſeines Neffen.
Die Gärtnerin und ihr Gatte folgten bald der Tochter nach.
Das Grab Anna's wird ſorgfältig gepflegt; ein ſchönes Monument, auf dem ihr Name, Geburts⸗ und Todestag prangen und auf deſſen Rückſeite die Inſchrift zu leſen iſt:„Mit Dir ſchwand Glück und Licht!“ zeigt die Stelle an, wo ihre irdiſche Hülle, frei von allen Schmerzen des Lebens und der Liebe, ruht.
Jedesmal, wenn der Lenz aufs neue die Blumen auf ihrem Grabe in üppigſter Fülle prangen läßt und die zum Fußende deſſelben gepflanzte Trauerweide grün bekleidet iſt, erſcheinen an einem freundlichen Abend noch jetzt zwei inzwiſchen zu Greiſen gewordene Männer an dem kleinen Hügel, knieen am Rande deſſelben nieder


