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Etwa ein Viertelſtündchen ſpäter ſuchte der Medi⸗ ciner den Paſtor im Nebenzimmer auf und ſprach zu ihm in ernſtem Ton:„Erfüllen Sie die Bitte der Kranken und reichen Sie ihr bald das heilige Abend⸗ mahl, es möchte ſonſt zu ſpät ſein“
„Schon jetzt?“ erzitterte es von den Lippen des Geiſtlichen.
„Ihre Kraft iſt zu Ende, noch der geringſte phy⸗ ſiſche Schmerz und der Körper iſt außer Stande, die Seele länger feſtzuhalten“ entgegnete der Doctor mit Beſtimmtheit.
Die beiden Männer hielten noch eine längere Unter⸗ vedung miteinander, aus welcher der Arzt erfuhr, welche Intriguen gegen die Kranke geſpielt worden waren.
„So iſt ihre ſchnelle Auflöſung erklärlich!“ bemerkte der Mediciner.„Ihr zarter Organismus war nicht dazu geſchaffen, einem ſolchen Seelenleiden zu wider⸗ ſtehen, wie ihr bereitet worden. In Ruhe und Glück hätte ſie ein hohes Alter erreichen können, der ſtill⸗ nagende Kummer hat ſie ſchnell aufgerieben, und die⸗ jenigen, die ihr denſelben bereitet, haben ihren Tod auf dem Gewiſſen.“
Stade hatte ſich jetzt einer heiligen, aber für ihn höchſt ſchmerzlichen Handlung ſeines Lebens zu unter⸗ ziehen, der Verlobten vor ihrem Heimgange die hei⸗


