20
Jetzt ſcheren Sie ſich im Augenblick fort!“ fuhr Frau Liewe fort.
„Hören Sie, Frau“, erwiderte der Graf empört, „wären Sie nicht die Mutter meiner Braut, ſondern ein Mann, ich würde Sie mit meiner Klinge ſo lange züchtigen, bis Ihre Läſterungen verſtummten. So kann ich Ihnen nur ſagen, daß die allgütige Vorſehung ihren größten Fehler beging, indem ſie Ihnen ein ſo liebes Weſen zur Tochter gab. Aber hüten Sie ſich, daß Sie nicht das Lebensglück derſelben und mit dieſem ſie ſelber morden!“
„I Sie erbärmlicher Wicht, der jungen Mädchen wie ein Spitzbube auflauert, Sie wollen mir Vorſchriften machen?“ ſchrie Frau Liewe.
„Ich möchte Ihnen klar machen, daß Sie den ſchreck⸗ lichſten Mißgriff dadurch thun, daß Sie Ihre Tochter und mich durchaus trennen wollen. Seien Sie gut gegen uns, und wir werden Sie auf den Händen tragen.“
„Mein Kind iſt zu gut für ſo einen Taugenichts! Ihre Luſt zu Abenteuern will ich ihr ſchon austreiben!“
„Frau Liewe, hören Sie mich, ich bitte Sie!“
„Auf der Stelle entfernen Sie ſich oder ich u
um Hülfe!“ „Geh, Julius, ich bitte Dich!“ flehte Anna.


