Teil eines Werkes 
4. Band (1870)
Entstehung
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17 Du aus ihrer Nähe kommſt, damit wenigſtens ein Straßenſkandal vermieden wird.“

„Und ich ſoll Dich allein ihrer Willkür überlaſſen? Nimmermehr!“ entgegnete Sacco entſchloſſen, wenngleich ihm nicht ganz wohl bei der Ausſicht wurde, vor ſo vielen Menſchen eine Scene mit der zornigen Frau beſtehen zu müſſen. Er hatte ja ihre Zungenfertigkeit bei einer ganz ähnlichen Gelegenheit zur Genüge kennen gelernt.

„Und vermagſt Du mich denn gegen die Mutter zu ſchützen? Sie wird Hülfe herbeirufen, ſowie Du Dich auch nur mit Worten gegen ſie wendeſt, und dann bin ich vor der ganzen Stadt compromittirt. Aber ich gebe Dir auch die Verſicherung, daß ſie gegen mich allein hier nichts unternimmt, wenn Du nur fort biſt. O wenn Du mich im geringſten lieb haſt, wenn Du willſt, daß ich Deiner voll Liebe gedenken ſoll, ſo fliehe, ich flehe Dich an, habe Erbarmen!“

Inzwiſchen kam Frau Liewe näher und näher, nur noch etwa fünfzig Schritte trennten ſie von den Lie⸗ benden und auf ihrem Antlitz brannte die Röthe der heftigſten Wuth, das ſah Sacco nur zu deutlich.

Er hätte vor Scham und Verzweiflung vergehen mögen, Thränen des Unwillens traten in ſein männ⸗

liches Auge, er zitterte vor dem Gedanken, wie ein Steffens, Standesvorurtheile. IV. 2