Teil eines Werkes 
4. Band (1870)
Entstehung
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Ausweg, ſie mußte Alles wagen für ihre Liebe, und doch ſtanden alle Schrecken vor ihrer Seele, welche bei einer Entdeckung die leicht gereizte und dann im Zorn furchtbar rückſichtsloſe Mutter herbeizuführen ver⸗ mochte.

Zitternd und zagend und doch eine eigene Seligkeit im Buſen, betrat Anna die Straße; ſie glaubte, Sacco werde ſie an derſelben Stelle erwarten, wo er ſie in letzter Zeit regelmäßig getroffen. Aber o weh, nur wenige Schritte von ſich erblickte ſie ihn, wie er eben an dem Hauſe ihrer Lehrerin vorüberſchritt.

Freundlich grüßend eilte er auf ſie zu.

„Erbarmen, Julius, ich kann jetzt nicht mit Dir gehen, ſieh doch nur die Menſchen auf der Promenade!“ flüſterte Anna, indem ſie das Auge prüfend in die Ferne ſchweifen ließ.

„O bitte, mein herziger Engel, jage mich nicht von Dir; wir gehen hier durch die nächſte Quergaſſe über die Vorſtadt und dann am Friedhofe vorbei, dort ſieht Niemand nach uns. Ich habe Dir ſo unendlich viel zu erzählen und muß Dich ja heute auf lange, unbe⸗ ſtimmte Zeit verlaſſen“ flehte der Graf mit ſeiner ein⸗ chmeichelndſten Zärtlichkeit im Ton.

„Ja, lieber Julius, ich will Dir ja auch gern folgen, nur hier nicht; ich fürchte, meine Mutter lauert uns auf, ſie