—
—
185
wieder gebrauchen wolle. Er legte Verbände an, traf verſchiedene Anordnungen und entfernte ſich wieder, nachdem er das Verſprechen gegeben, über die Ver⸗ wundung Schweigen bewahren zu wollen.
Jetzt ſuchte Herzer einen Kameraden auf, ließ ſich das Geſuch um Verabſchiedung aus dem Militärſtande anfertigen, da er ſelber nicht ſchreiben konnte, und im Laufe der Nacht reiſte er von S. ab, um zunächſt dem Grafen Sacco in Reudlitz einen Beſuch zu machen und ihm die Botſchaft von dem unglücklichen Ausgang ſeines Unternehmens gegen den Freiwilligen zu überbringen.
Zu ſeiner Verwunderung vermißte er den mehrfach erwähnten Brief; doch tröſtete er ſich darüber mit dem Gedanken, daß er ihn nur an der Gartenmauer heraus⸗ geriſſen haben könne und daß er ſomit wahrſcheinlich in die rechten Hände kommen werde.
Wie ſehr irrte er ſich über die Geſinnung des alten Grafen! Er glaubte, dieſer werde ihn aufs innigſte be⸗ mitleiden und ihm zur Rache gegen den eigenen Neffen behülflich ſein; doch der ſchlaue Intrigant hatte ihn ja nur als Werkzeug benutzen wollen, und da er ſah, daß
er nun keinen Vortheil mehr aus ſeiner Freundſchaft
ziehen konnte, behandelte er ihn ungleich kühler als ſonſt. Zwar bedauerte er ſein Unglück, doch er ge⸗ brauchte ja keinen Helfershelfer mehr, ſein Plan war


