„Ich habe Ihnen und Ihrer Frau Mutter einen liebe⸗ vollen Gruß aus S. zu beſtellen, wahrſcheinlich errathen Sie nicht, von wem“ begann er, um den Paſtor vorzu⸗ bereiten.
„Ich bin überhaupt im Errathen ſchwach“ entgegnete Stade lächelnd.
„Nun denken Sie nur, Frau Gärtner Liewe war es, die ſich Ihrer mit großer Wärme erinnerte.“
„Frau Liewe“, wiederholte der Paſtor langgedehnt, als traue er ſeinen Ohren nicht recht.
„Nun ja, Niemand anders! Wundert Sie das ſo ſehr?“ fuhr der Graf fort.
„Allerdings muß ich bekennen, wie es mich außer⸗ ordentlich befremdet, daß die gute Frau Gelegenheit erhielt und es wagte, Sie mit derartigen Bitten zu beläſtigen.“
„Darüber will ich Sie ſehr gern aufklären. Mein Neffe machte mich auf eine junge Dame aufmerkſam, deren Schönheit ſowohl ihm wie mir die größte Be⸗ wunderung einflößte. Ich glaube, er ſagte, Sie hätten einmal, als Sie mit ihm zu mir herauskamen, ihm ihren Namen genannt; ſie heißt Anna Liewe. Dabei beſann ich mich auf das, was Sie mir einſt von Ihrer Liebe ſagten. Ich ging ſpäter zu den Gärtnersleuten, n dort Sämereien und brachte ſo zufällig das


