Zweites Kapitel.
Wenn der Friede und die Freuden des Lebens aus dem Herzen des Menſchen gewichen ſind, wenn an die Stelle der frohen Erwartungen und beſeligenden Zu⸗ verſicht für künftige Tage die Gleichgültigkeit gegen alle beſſere Stunden des Daſeins getreten iſt, dann glaubt er allein dazuſtehen in der ganzen weiten Welt, er fühlt ſich einſam und verlaſſen mitten im Gewühl der Menge Luſtſuchender. Was er hört und ſieht, paßt nicht für ſeine Stimmung, es fehlt ringsumher das rechte Verſtändniß für ſein Leid, die völlig hin⸗ gebende Theilnahme an ſeinem Zuſtande. Nur Wenige ſind in ſolchen Lagen ſtark genug, den Schmerz in der Bruſt zu verbergen und mit Bekämpfung der eigenen Empfindungen dem Intereſſe Anderer zu folgen.


