Teil eines Werkes 
3. Band (1870)
Entstehung
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Anna gehörte nicht zu jener Klaſſe von Damen, die mit ihrer Neigung wie mit der Mode zu wech⸗ ſeln vermögen; was ihre Seele einmal ergriffen, das hielt ſie feſt für die Ewigkeit. Graf Sacco hatte ihr vollſtes Vertrauen zu erringen gewußt, ihr Herz ſchlug ihm mit allen Faſern des Lebens entgegen, da war kein Vergeſſen möglich. Wohl vermochte ſie, wenn es gefordert wurde, ihm zu entſagen, aber dann war auch ihr Daſein vergiftet, und gleich einer Blume, die vom vernichtenden Nachtthau berührt iſt und langſam dahinwelkt, ohne daß Jemand die Urſache ihres Ab⸗ ſterbens ergründet, mußte ſie früh ihr junges Leben vertrauern.

Obgleich überzeugt, daß jedes Bemühen vergeblich ſei, begab ſich Anna doch noch in den Garten und ſetzte ſich hier in die mehrfach erwähnte Laube, auf das kleinſte Geräuſch lauſchend. Es erſchien ihr noch möglich, daß Sacco den Vater nur eine Strecke begleitet habe und rechtzeitig umgekehrt ſei. Sie konnte es ja nicht faſſen, daß er ihren Worten nicht mehr den geringſten Glauben

beimeſſe und die zärtlichſten Bitten ganz unbeachtet

laſſen könne.

Wie ängſtlich ſie wartete und wie oft ſie erzitterte, wenn der Wind das Laub in den nahen Bäumen etwas ſtärker bewegte! Dann hörte ſie im Geiſte ſeine nahenden