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„Du biſt ihm wohl ſehr zugethan?“ fragte Anna, um ihre Befangenheit und das Zittern ihres Körpers zu verbergen.
„Nun, ich fühle Intereſſe für ihn, weil er der ſchönſte Soldat der Garniſon und ein liebenswürdiger junger Mann iſt. Sonſt ſteht er mir fern, wie dies ja ſchon ſein Stand mit ſich bringt.“
„Aber er wohnt Dir vis-Mvis, da ſiehſt Du ihn alle Tage.“
„Ebenſo oft wie die meiſten Bewohner von Se; in dieſem kleinen Ort kennt man ja jeden Menſchen und jedes Haus.“
Während die Damen ſich noch ſo unterhielten, wurden ein paar der Rouleaur von dem Diener des Grafen aufgezogen; dieſer ſelbſt trat für einige Minuten mit dem Arzt an das Fenſter.
Anna zog ſich ſofort zurück, ließ aber ihr Auge unverwandt auf dem Freiwilligen ruhen.
„Mein Gott, wie verſtört der Herr ausſieht!“ rief ſie bewegt.
„Wahrhaftig! Der hat gewiß die Nacht tüchtig ge⸗ ſchwärmt; die Offiziere ſollen zuweilen bis an den frühen Morgen trinken und ſpielen!“
Anna hatte genug geſehen; ſie hielt ſich noch ein Viertelftündchen bei der Freundin auf, dann begleitete


