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niedrigung erſchien es in ſeinen Augen, wenn er ein Mädchen noch mit Liebesbetheuerungen hätte beſtürmen wollen, das ſeine Bitten um eine Unterredung unerhört ließ. Freilich walteten in dieſem Falle beſondere Um⸗ ſtände ob, die er bei ruhiger Ueberlegung wohl als Entſchuldigungsgründe für Anna gelten laſſen mußte; aber als ſie in ihrer vollen Schönheit vor ihm ſtand, er mit der innigſten Liebe ſie betrachtete und ſchüchtern bat, ihm Rede zu ſtehen, und ſie dennoch ihn von ſich wies, in dieſem Augenblicke beſiegte der Unwille über die ihm widerfahrene Verletzung ſeine geſunde Urtheils⸗ kraft, ſein Stolz erwachte, er, der reiche Graf, dem Tauſende der vornehmſten Damen willig entgegengeeilt wären, er fühlte ſich gedemüthigt, daß das erſte Mäd⸗ chen, welches er ſonderlich beachtete, ihm auf ſeine Bitten um eine Unterredung entgegenhielt, ihr Ruf komme in Gefahr, wenn ſie ihn erhöre.
Wie rein und edel waren ſeine Abſichten in Betreff ihrer geweſen, kein Gedanke war ihm gekommen, daß die Welt anders urtheilen könne wie ein junger Ver⸗ liebter, und ſo hatte er denn angenommen, Anna fühle nichts für ihn in ihrem Herzen, das ſie zu ihm hinziehe, ſie wolle ihm dies möglichſt ſchonend kundgeben, indem ſie ſich auf die Mutter berief, welche ihr ganzes Thun zu beſtimmen habe.


