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wurde gerufen, erhielt die nothigen Ordres, ging mit ihnen fort, und ehe eine Stunde verging, waren ſie als freiwillige Kaͤmpfer fuͤr das Vater⸗ land eingekleidet.
Haͤtt' ich jemals geglaubt, ſagte Erwin, daß
mir das Herz unter dem Soldatenrock ſo hoch
ſchlagen wuͤrde? Er ging wie aufgelebt durch die Gaſſen, und ſah bei jedem dritten Schritt nach dem Seitengewehr. Iſt doch ein ander Ding, als mein ehemalig Werkzeug, der Farbentopf und Pinſel! fluſterte er mit heimlicher Wonne. Jun⸗ ges Volk in froͤhlichen Haufen trieb ſich uͤberall umher. Federbuͤſche, dampfende Roſſe, raſſelnde Kriegswagen durch einander im bunteſten Gewuͤhl. Ein ſchoͤnes Regiment mit blitzenden Bayonetten und muthiger Feldmuſik rauſchte durch die Stadt. Erwin ging wie im Traum neben her. Ihm war, als muͤßte jeder Wirbel ſeine Bruſt auseinander ſprengen.— Es war ein milder Abend; auf ei⸗ nem heiteren Platz unter Baͤumen, die ungeduldig wie die Jugend, ihre Knospen ſchon in gruͤne Blaͤtter austreiben wollten, ſaßen viele Offüiere ſchwatzend lachend bei den Glaͤſern, Laternen und Flaſchen auf allen Tiſchen, und freudige Kriegsluſt in allen Geſichtern.


