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Wroſn vergingen, ohne daß der Geheimerath Er⸗ wins Ungeduld mit einer beſſern Antwort zur Ru— he geſprochen haͤtte. Serraval gab ihm auf ſei⸗ ne dringende Frage: in welcher Abſicht er ihn denn immer an Frau von Lambiel verweife, nur die lakoniſche Auskunſt: Die Baronin iſt eine ſchoͤne Fraus ſie will Ihnen wohl; ſie hat Einfluß, und hier am Hofe gehen nächſtens noch mehr Veraͤnde⸗ rungen vor, bei denen Sie zu kurz kommen, weil Sie jetzt ohne Protection ſind. Iſt es denn ſo eine ſchreckliche Sache, zu den Fuͤßen einer reizenden Goͤnnerin und bald darauf in ihren Armen zu lie⸗ gen?—
Die lette räthſelhafte Scene bei der Frau von Lambiel hatte auf Erwin einen Eindruck gemacht, gegen den er ſich mit aller Macht wehrte. Aufſchluß daruͤber konnte er nicht erhalten; denn ſie war ſeit jenem Abend ernſthaft krank geworden,
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