Teil eines Werkes 
41. Band, Die Nonne von Gnadenzell : Sittengemälde des fünfzehnten Jahrhunderts : 3. Band (1840)
Entstehung
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Zorn, und er fragte mich vorſchnell: Wie kam Euch dieſer Ring? ich antwortete nicht. Darauf hieß er Alle hinaus⸗ gehen, und wiederholte ſanft die Frage: Sagt mir in Liebe, wie Euch dieſer Ring wurde. Um der Ueberlaſt guitt zu ſeyn, erwiederte ich trotzig dem Herrn, daß ſolch ein Kleinod von meiner liebſten Frau komme, und ich weiter keine Rechen⸗ ſchaft zu geben hätte. Das war dem Graſfen nicht genug⸗ denn er berichtete mir, wie das Kleinod ſein Eigenthum geweſen, von ihm in theure Hand gelegt worden; daher verlange er es wieder, und beſtehe darauf. So ballte ich meine Fauſt, ſie auf des Grafen Tiſch hinſtreckend, und ver⸗ ſchwor mich, daß ich eher die Hand verlieren wolle, als mei⸗ ner Liebſten Geſchenk miſſen. Der Herr bemerkte, daß ich keinen Scherz trieb, und nannte mich einen böſen Starrkopf, und befahl, mich einſtweilen in den Thurm zu thun. Er wolle meinen Bruder zu Paaren treiben, und alsdann wie⸗ der fragen, ob ich nicht den Ring hergäbe; das Kleinod ge⸗ höre ſeyn, und er möchte mir wohl die Freiheit ſchenken, ſo ich von dem Ring ließe; dann ging er tief bewegt. Ich hätte jedoch lieber bis an mein Ende im Kerker geſeſſen, ehe ich, theuerſte Richardis, Deiner Liebe Pfand Mit ungewöhnlicher Begeiſterung umſtrickten ihn ſeiner Buhlin Arme, heftete ſich ihr Mund auf den ſeinigen. Ver⸗ klärung wie von Höllenflammen ſtrahlte in ihrem Blick, und grimmige Freude war's, die ihre Bruſt beengte, als ſie ſtammelte:Sieg, mein Herz, Triumph, mein Leben! Das Siegel iſt zerbrochen, gebunden und gefeſſelt aber liegt der Feind zu unſern Füßen. Jauchzet zur Vernichtung des Wür⸗ tembergers, ein Blitz erhellt unſers Kummers Nacht. Poppele, der Thor, iſt Demuths Sohn, gezeugt in Schande mit einem erlauchten Herrn, und dieſer Ring aus Demuths Schatze, vom Würtemberg in liebe Hand gegeben, von ihm ſo heiß