Teil eines Werkes 
41. Band, Die Nonne von Gnadenzell : Sittengemälde des fünfzehnten Jahrhunderts : 3. Band (1840)
Entstehung
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herr? Deiner Geſellen ſind wenige.Ein Jeder gilt ihrer Zehne. Wir werden's ſchon vollführen, haben nur mit Weibern zu thun. Und wenn auch Gewappnete wider uns ſtänden, gleichviel; ich finde am beſchiedenen Ort noch einen tapfern Mann, der ſich mir angeſchloſſen: ein Knecht oder Genoſſe von Euch, Herr Ritter, ein Edler von Land⸗ ſäß.Wie, er lebt? iſt mir ſo nah?Ich pflegte ihn ſelber, da er in Meiſter Cun's Hauſe darniederlag, und ich daſelbſt wohnte als ein verfolgter Mann.

Darob vergnügte ſich der Friedingen, und hätte ſich noch mehr erfreut, wenn ihm bewußt geweſen wäre, was ſeiner an höherer Luſt noch wartete. Unaufhaltſam brach ſein Entzücken aus, da er des Friſchhans Hütte betrat, und nicht der Freund allein, ſondern auch ſeine Liebſte mit Froh⸗ locken an ſeinen Buſen ſank. Der Liebeswahnſinn, der aus Richardis Munde jubelte, machte tiefen Eindruck auf die harten Räuber, daß ſie, den Wildherrn nicht ausgenommen, in ſcheuer Entfernung blieben, des Wiederſehens Schauſpiel zu betrachten. Wort und Ruf, Frage und Beſcheid ſtrömten ohne Unterlaß, wollten kaum enden.Du in meinen Ar⸗ men!« ſchrie Richardis, und klammerte ſich um den Hals des Ritters:Seligkeit des Himmels! Du biſt's wirklich, des blutdürſtigen Würtembergers Henker hat mich nicht um Dein Leben betrogen? Du biſt nicht ein Geſpenſt, herauf beſchwo⸗ ren, um ein ſchwaches Weib zu täuſchen? WMit heißen Küſſen antwortete Oſtertag. Da begann der Landſäß:Du findeſt mich auf dem Gipfel irdiſcher Wonne. Meine Rache gelingt. Im Kloſter lebt der Baſtardbruder des Sperberseck; frage dieſen alten Mann.. wir haben Alles aus⸗ geklügelt, meines bitterſten Feindes Mutter ſtarb in jenem Kloſter, aber der Sohn lebt, und auf ihn bau' ich meine Zukunft.Wie begreife ich? wie verſteh' ich? ich denke