Teil eines Werkes 
40. Band, Die Nonne von Gnadenzell : Sittengemälde des fünfzehnten Jahrhunderts : 2. Band (1840)
Entstehung
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Eilftes Kapitel.

Ich wandte mich und ſahe alle an, die da Unrecht leiden unter der Son⸗ nen; und ſiehe, da waren Thraͤnen de⸗ rer, ſo Unrecht litten, und hatten kei⸗ nen Troſter, und die ihnen Unrecht thaten, waren zu maͤchtig, daß ſie kei⸗ nen Troͤſter haben kundten.

Der Prediger Salomo.

In dem Kloſtergarten zu Gnadenzell, an den Quellen des Lauterflüßleins, ſaß die ehrwürdige Mutter Beate, und weinte verſtohlen, und hörte kaum auf die Tröſtungen der nicht weniger bekümmerten Placida. Vor den beiden Non⸗ nen ſtand jedoch der fromme Vater Benno, ein Karthäuſer von Güterſtein, welcher herübergekommen war, die Refor⸗ mirſchweſtern in ihrem Leide zu beſuchen. Er hatte eben ſeinen ſalbungsvollen Zuſpruch geendigt, als Beate mit thränenden Augen begann:O mein ſehr ehrwürdiger Herr und Bruder, wie eindringlich Euere Worte auch klin⸗ gen, ſo habt Ihr doch gut reden und ermahnen, ſintemalen Ibr wieder heimkehret zu Euerer gottesfürchtigen Gemeinde, und nicht gemüßigt ſeyd, in unſern Drangſalen zu verblei⸗ ben. Wenn Ihr wüßtet, wie ich ſammt meinen Leidensge⸗