Teil eines Werkes 
40. Band, Die Nonne von Gnadenzell : Sittengemälde des fünfzehnten Jahrhunderts : 2. Band (1840)
Entstehung
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Heerdegen ſein Kampfbeil. Der Freiherr ging jedoch raſch auf den Schultheiß zu, und ſchrie:Mit einem Ehrloſen kämpfe ich nicht, und der Sperberseck ſammt ſeinem Ge⸗ ſchlechte iſt ehrlos. Seine Mutter hat ihr Ehebett geſchän⸗ det, einen Baſtard auf den reinen Stamm gepflanzt, und ihre Söhne haben darum gewußt, gelobt den Buben auf⸗ zuziehen, ſodann ihren Eid gebrochen, und den leiblichen Bruder, ein unſchuldig Blut, hinausgeſtoßen in's Verderben. Darum rufe ich Zeter über das unehrliche Haus und die Verderber eines ſchuldloſen Kindes!

Heerdegen traute nicht ſeinen Ohren; zehnmal mußte man ihm wiederholen, weſſen ihn der Harras beſchuldigte, und nur durch ſtummes Entſetzen vermochte er der unge⸗ heuern Inſchuldigung zu antworten, die er für eine Lüge hielt, die er als den gräßlichſten Frevel ausſchrie. Dagegen beſtand der Harras darauf, gelobte Beweife und Zeugen zu ſtellen, und forderte Heerdegen fammt ſeinen Geſippten vor des Grafen von Würtemberg Stuhl.Dort liegt Euer Stammſchloß, rief er:dort lebt vielleicht jetzt noch das Opfer Eurer Grauſamkeit, ihr Brüder von Sperberseck! dort wird ſich endlich ergeben, ob Du nicht ſelber ein Ba⸗ ſtard biſt, Heerdegen, mit dem ein ehrlich geborner deut⸗ ſcher Edelmann nicht kämpfen darf.Was habe ich mit dem Grafen von Würtemberg? eiferte dagegen der Junker, von einem Fieber des Zorns geſchüttelt:ich ſetze eine Ehre darein, ein Burger von Hall zu heißen, und rufe des Kaiſers Recht an. Sein Gericht mag entſcheiden, ich ſtelle mich zu ehrlichem Gewahrſam innerhalb dieſer Stadt, und ſo Ihr das Recht für Euch zu haben vermeint, thut Ihr ein Gleiches. Nach kurzem Hin⸗ und Her⸗ reden mit ſeinen Freunden und Geſellen willigte der Har⸗ ras ein; der Schultheiß und die Stättmeiſter beraumten den Gegnern den Umfang der Stadtmauern als ein ritter⸗