„Jetzt koch ich mei'm Schätzle ein Zelleri, ein Zelleri, jetzt koch ich mei'm Schätzle, ein Zellerigemüs;“ worauf die jüngeren Kloſterweiber luſtig erwiederten:„Wozu ſoll mir helfen ein Zelleri, ein Zelleri? der Kuß von mei'm Schätzle iſt immer noch ſüß!“
Das Getümmel verhinderte den ehrwürdigen Convent, den raſchen Sporntritt eines Fremdlings zu vernehmen, der ſich im Kloſterhofe vom ſchäumenden Gaul geworfen, und nach einem vertraulichen Gruß an Crescentia, gleich wie ein alter Bekannter, den Einlauf in das Haus genommen hatte. Als ob ihn ein Blitz durch die Decke geſchleudert hätte, ſtand er unter den beim Frühſtück ſitzenden Weibern, von allen bewillkommt, und mit Geſchrei der Verwunde⸗ rung empfangen.„Ei, Junker Gilg, was führt Euch hie⸗ her?“ rief die Priorin; Renata begrüßte ihn als ihren Vetter, und die übrigen ſchrieen:„Woher? Gott grüß Euch, Herr Truchſeß von Bichishauſen!“—„Ich bitte um einen Reitertrunk,“ antwortete der bis an die Zähne be⸗ waffnete Mann, indem er ſich ohne Umſtände neben der Priorin niederließ,„meines Bleibens iſt hier nicht, und wäre ich gar nicht eingekehrt, wenn mir nicht der Oſtertag von Friedingen ein Wörtlein an die hochwürdige Mutter aufgegeben hätte.“—„Der Oſtertag?“ ſagte Richardis neugierig.„Warum ſo eilig, Vetter?“ ſetzte Renata hinzu.—„Ei, Potz Stern, ich will mich nicht erwiſchen laſſen.“—„Wer jagt Euch nach? Was habt Ihr ge⸗ than?“—„Ein Schlämplein iſt's, und weiter nichts. Der Ehinger hieit zu Tübingen einen Tanz, und der Geper wollte, daß kockere Studenten auf die Stube kamen, und einer mit der Braut zu ſpringen begehrte, als ich ſie juſt zum Reigen führte. Nicht lang beſann ich mich, und warf den Strolch zum Fenſter hinaus auf die Straße, daß er einige Knochen brach, darunter das Genick. Nun iſt der


