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ihm:„Du böſer Menſch, der nur der Rache nachhängi, da er doch jubeln ſollte, als ein fröhlicher Vater! Dieſer Spuk hat lange genug gewährt. Das Leben jener Männer iſt Deines Sohnes Leben; darum mögen ſie hingehen und thun, wie ſie gelobt. Der Graf, ich weiß, wird gnädig ſeyn; und legt er auch den Heinz in den Thurm, ſo iſt ein gefangener Mann doch immer noch ein Mann, und wir halfen ſchon manch einem aus den Ketten.“—„Und wenn dieſe Schelme ihr Wort nicht halten? wenn ſie ven Graſen zur unerhörten Strenge erſt aufreizen?“ warf Märten finſter ein.„Dann ſind ſie uns noch immer gewiß, und der Obervogt mit allen ſeinen Schöppen,“ antwortete der Wildherr mit einem Tone, der das Aergſie befürch⸗
ten ließ.
„Iſt das wahr, Du Strahlbub?“ rief eine ſtarke Stimme hinter ſeinem Rücken. Der Schläfer aus der Höhle ſtand mitten in dem Ring, da Nickel, ſein beſtellter Wächter, dem geheimnißvollen Gerichte lauſchend, ſeine Schritte nicht gehemmt hatte. Wildherr ſah ihm irutziglich in's Auge, hob indeſſen unwillkürlich die Hand, ſeine Kappe zu lüften, und entgegnete ohne Bangen:„Ja, gnädiger Herr. Was ich geſagt, das iſt ein Evangelium, und Ihr mögt nichts Beſſeres thun, als der Barmherzigkeit zu pflegen, damit Euere Amtleute und Richter am Leben bleiben. Schlagt die Augen auf, ihr losgeſprochene Sünder,“ fuhr er zu den Verurtheilten fort,„und werft Euch zu den Füßen Eures Herrn von Würtemberg. Er leſe noch die Todes⸗ angſt von Euern Geſichtern und ſey menſchlicher als ſeine Schöppen, wie wir zahm und ſriedlich waren gegen ihn.“
Von ehrerbietiger Scheu ergriffen, mochten die Räu⸗ ber Flatz, der Ehninger und Kloſterknecht knieten vor dem Grafen Eberhard, und baten beweglich um Gnade für den
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