Teil eines Werkes 
39. Band, Die Nonne von Gnadenzell : Sittengemälde des fünfzehnten Jahrhunderts : 1. Band (1840)
Entstehung
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vielen Jahren wohl nicht ein Wort mit dem Himmel geſpro⸗ chen, wenn er gleich zur Kirche ging, die Bruſt zu klopfen, das Kreuz zu ſchlagen und die Augen zu verdrehen, zer⸗ martete ſich unmächtig den Schädel, bis er zögernd und ſteis innehaltend mit gräßlichem Murmeln begann:Ic glaube in Gott den Vater.in Gott den Va⸗ ter. antworteten dann ächzend die Verurtheilten. den allmächtigen Schöpfer des Himmels und der Erdeund der Erde, o Jeſus

gelitten unter Pontio Pilato.. fuhr Märten eben ſo beſtürzt fort, indem er aus dem Texte kam; gläu⸗ big beteten ihm die von Sinnen Gekommenen nach. .. wieder auferſtanden von den Todten von den Todten, o Herr erbarme Dich unſer! Ablaß der Sünden.0. der Sünden; o Herr vergib uns armen Sündern!

Ein heller Schrei juchzte wieder aus dem Thal. Alle horchten auf.Seht, was es gibt, ſagte der Haupt⸗ mann:ſpute Dich, Märten, aberwitziger Beter, zu Ende zu kommen, ehe man uns ſtört. Und Märten, ſelber ängſtlich, ſeiner Rache verluſtig zu gehen, begann wieder in ſeiner Herzensangſt und Unwiſſenheit: der em⸗ pfangen iſt vom heiligen Geiſte vom hei⸗ ligen Geiſte. wiederholten die Todesjünger mit er⸗ neuter Kraft, denn ihnen war, als käme für ſie Rettung aus dem Thale.Ein Menſch klettert eiligſt herauf! rief Walzfrieder in den Kreis.Wer iſt's? was mag er bringen? enigegnete der Hauptmann nach dem Thale ſtar⸗ rend. und ein ewiges Leben Amen; ſchloß Mär⸗ ten haſtig. Der Krämer ſprach die Worte blindlings nach, aber der beſonnenere Forſtknecht rief mit herzzerreißender Stimme:O Herr, wie verkürzt Ihr doch das Gebet, wie