265 W*
Hierauf beſchritt er die Leiter, klimmte zu der Verhuͤllten empor, half ihr langſam her⸗ unter, und wir Drei gingen ſchweigend davon durch die Nacht, an den buſchigen Anhoͤhen empor, auf welchen ſchon das Mondlicht lag, am Forſtſaume voruͤber, wo die raͤthſelhaften und ſchaurigen Blutbuchen rauſchten, im Wehen eines herniederfahrenden Gewitters, uͤber die Firnemark ſchreitend, wo die wappengeſchmuͤck⸗ ten Grenzpfaͤhle ſtehen, und jenſeits im Silber⸗ glanze lag ein thurmgeſchmuͤcktes Landhaus; darinnen hauste der Freiherr Tidolf, der freie, ledige Jung⸗ und Jagdgeſelle,— und dort ſollte die unbekannte Fluͤchtige eine Freiſtatt finden.—
„Gott ſey gelobt! ſeufzte ſie:„Ein Obdach! Ruhe fuͤr meine muͤden Glieder! Wohl mir; denn ſelbſt der Gram, der mich zerreißt, kann meine Koͤrperſchwaͤche nicht beſiegen! Ruhe, einige Stunden Schlaf, und morgen will ich erſt daran denken, wie elend ich bin; wie ich


