Theil zu nehmen, hat Euch zugleich des Fürſten Guade erwirkt. Freilich kann er nicht, wie Ihr gewünſcht, Euch den Schulen von Münſter als Lehrer vorſetzen, aber er verleiht Euch die Verwaltung der frommen Stiftungen der Stadt unter meiner Aufſicht.— Ich habe nicht ver⸗ geſſen, wie freundlich Ihr uns in der empörten Stadt beigeſtanden habt, und bin für Euch Bürge geworden.“
Rynald benetzte des Ritters Hand mit Thränen. Mengersheim fuhr gerührt fort:
„Ihr habt in Euerm Amte viel zu thun; es iſt das Zerſtörte, es iſt Alles neu zu bauen; es ſind viele Zähren zu trocknen, viele Unbilden ungeſchehen zu machen. Ihr müßt verſtehen, wieder das Vertrauen zu pflanzen, wo die Zwietracht und die Vernichtung wucherten. Euer Eifer wird mein Fürwort rechtfertigen, und den Biſchof über⸗ zeugen, daß er in Euch ſeiner beſten Unterthanen Einen wiedergewonnen.“
Rynald legte entſchloſſen die Hände auf ſeine Bruſt. Angela ſprach entzückt:„Glaubſt Du nun, Rynald, was ich Dir ſo oft vom Biſchof wiederholte? Bereue Deine Ungerechtigkeit. Eile, dem erhabenen Wohlthäter zu danken.“
„Ich gehe mit, Sang-Pieu,“ fiel Lüdger ein:„es iſt doch nur am Ende die Kunſt des vielerfahrenen Meiſters zum Ringe, die den Durchlauchtigen zu ſolchem Gute ſtimmte, denn, ſieh Rynald, die Kunſt, die Tochter des Himmels, und...4
Mengersheim unterbrach des Künſtiers Redſeligkeit, indem er ſagte:„Der Biſchof erläßt euch allen Dank, denn ſein Gemüth iſt fern von Freunde, und gehört der Trauer. Sein Sohn Chriſtoph hat dem Kriegs⸗ und Junkerſtand entſagt, um zu Osnabrück in's Noviziat der Baarfüßermönche zu treten. Ein ungewöhnlicher Trüb⸗ ſinn hat ſich des Jünglings bemächtigt, und droht, ihn


