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Eiſenkäfig.— Der Frühling begaun wieder, die Erde mit ſeinen Blumen zu ſchmücken, und auch die Gottes⸗ äcker zierte er mit ſeinem Schmelz. Da ſtanden an einem hellen Nachmittag vier betende Menſchen um die Gräber der Frau Weruecke und der unglücklichen Eliſabeth Hardewyk.
Lüdger drückte dem Cuſtos Sibing die Hand, und ſagte:„Goddamn, Herr Cuſtos, der Herr hat Alles gut gemacht,“ und Sibing hob die Hände dankend gen Him⸗ mel, mit unbeſchreiblicher Zufriedenheit auf das junge Paar deutend, das nachdenkend an ſeiner Seite ſich um⸗ fangen hielt.
„Ja wohl, Dank dem Allmächtigen!“ betete auch Au⸗ gela mit Inbrunſt, und Rynald ſprach demüthig:„Ihr habt einen neuen Menſchen aus mir gemacht, lieber Pfleger und Freund. Vergebt das Leiden, das ich Euch verurſachte, wie mir der Himmel meine Verblendung ver⸗ zeihen mag. Ich geſtehe, daß ich oft bereute, was ich gethan, aber— ſo iſt der Menſch— nur die Schickſale meiner Angela und die handgreiflichſten Beweiſe von der Niederträchtigkeit des Ungeheuers, das zu Münſter ge⸗ herrſcht, vermochten erſt, mich gänzlich zu überzeugen.“
—„Wanke nicht mehr im Guten, und vergiß Du ſelbſt die Vergangenheit in den Armen Deiner tugend⸗ haften Gattin,“ antwortete Sibing.— Und Lüdger ſtimmte erröthend ein:„Ja, wir ſelbſt wollen vergeſſen, was ſich begeben, und nicht mehr wanken.“— Rynald zuckte dem⸗ ungeachtet die Achſeln, und meinte leiſe:„Es iſt doch nicht Alles, was ich träumte, ſo gar ſchlimm geweſen...6 —„O ſtille, ſtille!“ bat Angela.
Da neigte ſich zu ihnen ein weißes Hanpt voll Ehren, der alte Ritter Mengersheim ſtand vor dem Paare, und ſprach leutſelig:„Herr Volkmar, ich bin ein Geſandter des Biſchofs, und habe Gutes zu verkünden. Des Cuſtos fromme Liſt, die Euch verhinderte, am Aufſtand ferner


