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den Feinden kämpften und den Sieg mehr als einmal zweifelhaft machten, dennoch drangen einzelne Sölduer des Biſchofs in den Palaſt, gierig nach Beute, nach Wein, nach Weibern jagend. Unter ihnen war aber Hendrik, von Blut triefend, mit blankem Schwerte und heiſerer Schlachtſtimme.„Behaltet das Königreich!s ſchrie er dem Scheiffort zu,„und geht, eure bedrängten Ge⸗ fährten zu retten, die vor den Wiedertäufern weichen. Ich ſuche nur den König! wo iſt der König?“
Helcueper zerrte den Vergelter nach dem Frauenge⸗ mache, während Scheiffort den Wiedertäufern wie Gottes Blitz in den Rücken fiel. Allenthalben Leere, Oede, Ver⸗ heerung oder ſchreiende Weiber, oder verwundet liegende Palaſtdiener.„Nirgends! nirgends! wär' er entſprungen 2 ſchnaubte Hendrik, und ſo drangen ſie in's letzte, in Di⸗ wara's Gemach. Die Königin war nicht vorhanden; ein Weib ſaß neben Averalls Wiege. Das Weib war Mar⸗ gitta, kalt und unbeweglich wie Stein.„Weſſen das Kind?“—„Des Könige!“— Ein Fußknecht, der dem ſuchenden Hendrik folgte, warf das Kind vor's Fenſter in die Piken der Meißner.„Wo der König?“ brüllte Hen⸗ drik. Margitta antwortete nicht.„Wo der König?“ wie⸗ derholte er noch gräßlicher.„Den König oder Dein Le⸗ ben!“ Da zeigte ſie ſchweigend in einen Winkel, wo un⸗ ter Tapeten und Plunder der König verborgen lag.—
So wurde Jan verrathen durch diejenige, die er ver⸗ rathen wollte, und ſo fiel er in die Hände des unerbitt⸗ lichſten Vergelters.„Kennſt Du mich noch?“ ſchrie ihn Hendrik an, da er ihm den Fuß auf die Gurgel ſetzte. „Natje's Heudrik, keunſt Du ihn?“—
Bockelſon wand ſich wie eine Schlange und ächzte: „Gnade, Gnade; der Sünder ſoll nicht ſterben!“—„Sorge nicht, Elender,“ knirrſchte ihm Hendrik zu,„ich will Dich nicht tödten, aber Du ſollſt dabei nichts gewonnen ha⸗ ben.“—


