Teil eines Werkes 
17. Band, Winterspenden : Erzählungen und Novellen : 2. Band (1833)
Entstehung
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Ad 13*

verhungern. Der Mann iſt ein Deutſcher von Adel, aber blutarm. Er hat bei unſern Herren von Venedig ſein Gluͤck verſucht, und iſt Faͤhndrich geweſen unter dem Kriegsvolke auf Candia, wo er auch ſeine Frau geheirathet hat, die von jener Inſel gebuͤrtig, ſchön, aber nicht minder arm iſt, als er. Vor zwei Monden ungefähr iſt er nebſt vielen andern Waffenbruͤdern und Offizieren abgedankt worden, und von da an rechnet ſich das voͤllige Elend der armen Leute. Er hat nichts als ſeinen Degen, und ſie er⸗ wartet gleich Euch mit jedem Tag ihre Ent⸗ bindung. Meinen Beobachtungen zufolge wird's ein Junge ſeyn, den die Frau zur Welt brin⸗ gen wird, und auf den Fall, daß Euer Stuͤnd⸗ lein ungefaͤhr zu gleicher Zeit mit dem ihrigen ſchluͤge, und Euch ein Unglück geſchaͤhe, koͤnnte des Faͤhndrichs Kind gar wohl dem Euern un⸗ tergeſchoben, und alſo Euer Gluͤck befeſtigt wer⸗ den. Ich habe mit aller Vorſicht bei den Leut⸗ chen auf den Buſch geklopft, und einem guten Stuͤck Geld werden ſie nicht widerſtehen. Das