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* 11 AMN
Herrn an mich gefeſſelt hat. Dann hin ich die ungluͤcklichſte der Frauen!“— Barberina ſuchte der Bekuͤmmerten dieſe traurige Einbildung zu rauben, und freundlichere Bilder vor ihre Seele zu zaubern, es wollte der gutmuͤthigen Alten indeſſen nur ſchlecht gelingen. Eines Abends je⸗ doch,— als Maria— beinahe allein in dem weitlaͤufigen Hauſe— zur ſpaͤten Stunde noch den Markgrafen erwartete, der ungewoͤhnlich lange mit der Heimkehr zauderte,— ruͤckte Bar⸗ berina mit einem Vorſchlag heraus, der Ma⸗ rien in ſtummes Erſtaunen verſetzte.—
„Ich fuͤrchte,“ ſagte die Alte,„Euer Ge⸗ mahl verdient die innige Liebe gar nicht, mit welcher Ihr an ihm hängt. Ihr lebt nur in ihm, er lebt aber außerhalb, und, wie die Welt zu munkeln weiß, ſo geht es druͤben zu Vene⸗ dig nicht immer am zuͤchtigſten bei den Gelagen her, die der Markgraf nebſt andern deutſchen Herren dort zu feiern pflegt. Die beruͤchtigte Carina ruͤhmt ſich ausgezeichneter Gunſt Euers Gemahls, und ſomit halte ich dafuͤr, Ihr moͤchtet


