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Gottes werden. Gib mir den Bruderkuß.“—„Ich kenne Dich ſchon lange; im Geiſte kannt' ich Dich,“ entgegnete Jan mit Salbung:„ich grüße Dich, Bruder Matthieſen.“
„Segne dieſes Weib, Johann!“ Matthieſen deutete auf Diwara, die ſich vor Jan auf die Kniee warf.
„Diwara!“ rief Johann mit großer Bewegung;„weun eines Sünders Segen fruchtet, ſo empfange ihn mit Glauben“
Miekje zerfloß in Thränen der Unruhe und des Zwei⸗ fels, und lief zur Thüre hinaus. Rotger ſtieß den Stu⸗ denten an mit den Worten:„Wie gefällt Euch des Ko⸗ mödianten Poſſenſpiel 2“ Rynald warf ihm jedoch einen ſtrafenden Blick zu, und murmelte:„Ihr ſeyd eine ge⸗ meine Natur, guter Freund. In dieſem Manne liegt Großes verborgen, und bereitet ſich herrlich vor.“
Ein Stadtknecht ſtreckte den Kopf in die Schenke? „Meiſter Bockelſon, der Quartenier*) ſendet mich. Die Nachbarn klagen über Unfug in Eurem Hanſe. Ihr wollt Euer Weib mißhandeln, jagt Eure Gäſte zur Thüre hinaus 2 Ich ſoll's nicht leiden, Meiſter; aber Ihr möchtet kommen, Euch zu verantworten.“
„Geh' hin!“ herrſchte ihm Jan zu:„Geh' hin, Büt⸗ tel des Landpflegers! ſage, Du habeſt mich geſehen, da ich die Schuhe ſchnürte, aus Ninive zu wallen.“— Der Stadtknecht ſtand mit offenem Manle. Jan, der den Rynald an ſeiner Seite erkannt hatte, ſprach zu demſel⸗ ben ſanft und leidend:„Ihr ſeht mich, gelehrter Herr, im Kleide der Knechtſchaft, da Ihr mich doch im hoch⸗ zeitlichen verließet. Aber durch Staub und Aſche führt der Weg nach dem herrlichen Zion. Bin ich nicht zu vergleichen dem fluͤchtigen Hirſche, den Jäger und Hunde verfolgen durch den Wald voll ſilberner Stämme? Aber
*) Hauptmann des Viertels.


