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Da fragte, ſich ermuthigend, eine Frau, die in Trauer⸗ gewänder dergeſtalt eingehüllt war, daß kaum aus all den Schleiern und Kappen ihr gutmüthiges, ernſthaftes, deutſches Geſicht zu ſchauen vermochte:„Und endlich, jetzo, um des Erlöſers willen, was bleibt von all dem zerronnenen Gut und Reichthum mir und meinen Kindern 2“
Der Pfalzgraf und Notar räuſperte ſich, zog die Achſeln in die Höhe, ſah wie ein Sperber in das Inven⸗ tar, das vor ihm lag, verneigte ſich gegen drei Herren in langen Mänteln und Trauerhüten, die ihm zunächſt ſtanden mit unerbittlichen gelben Geſichtern, geſpannten Naſen und feſt zuſammengekniffenen Froſchkiefern, und fagte vernehmlich:„Wenn abgezogen worden iſt, was der ſelige Hochachtbare der Gemeinde ſchuldet, wie Ihr dar⸗ gelegt, Herr Obermeiſter Bireboom; wann zurückerſtattet worden, was er von Euch, Herr Nathanael Goes von Scheveningen, geborgt gegen annoch rückſtändige Zinſen, laut Verſchreibung; wann ausgeliefert worden, was er an Vermächtniſſen dem Spittel in der Perſon des Herru Schaffners Adrian von Coöhorn, und denen Dienſtleuten in einem vor zehn Jahren errichteten und nun eröffneten einzigen Teſtamente hinterlaſſen, ſo bleibt den natürlichen Erben: das Haus im Dorfe der Frau als Wittwenſitz; den Anderen insgeſammt zwei Wieſen am Haarlemer Weg, ein Stuhl in der Kirche, und die übrige bewegliche Fahrniß des Erblaſſers, wenn nicht der Spruch in dem Prozeſſe des Herrn Arnold Giericke gegen den Hochacht⸗ baren Seligen ein Anderes verfügt.“
Der Mann, der ſich auf ſeinem Sitze bei dieſen letz⸗ ten Worten blähte, als wäre er des günſtigen Spruchs mehr als gewiß, ließ einen Herrenblick über alle Bilder und Geräthſchaften leuchten, der nur zu deutlich ſeine Abſichten verrieth. Die Wittib ſeufzte tief, aber ohne Thränen, und ſprach, ſich erhebend:„So iſt es denn ſo gut, als reichte mir der Todte aus ſeinem allzufrühen


