Teil eines Werkes 
52. Band, Der König von Zion : romantisches Gemälde aus dem sechszehten Jahrhundert : 2. Band (1840)
Entstehung
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aufmerkſfam darauf. Frau Wernecke wendete ſich jedoch alſobald tröſtend zu der Bekümmerten:Weine nicht, Du Kreuzträgerin, und hoffe auf die Güte des Schöpfers aller Welten, der auch Deinen Mann von ſeinen leidigen Irrthümern zurückbringen möge! Dir haben wahrlich meine Worte nicht gegolten, und ich denke, keine von uns werde ſie alſo gedeutet haben, denn es iſt ja welt⸗ bekannt, daß nur der Zwang Deines Eheteufels Dich in die ketzeriſchen Predigten jagt, und daß Du ſtets von Herzen gut katholiſch geblieben.

Die Dreier, die Tuneckens und die Harderwick um⸗ ringten beſchwichtigend die Traurige. Sie richtete ſich aus ihrem Schmerze auf, und drückte dankbar die Hände der Tröſterin, vornehmlich die der ſchönen Eliſabeth: Ihr wißt, was Leiden ſind; Ihr verſteht mich ganz, und ich danke Euch, ſagte ſie ergriffen, und umarmte das junge Weib.

Unterdeſſen begann die Stahlhoven bequem und breit: WDie drei Sonnen ſind mir entfallen fammt den blutigen Schwertern, aber der engliſche Schweiß ſteht mir im friſchen Angedenken. Heilige Mutter! wie ſtarben da die Leute weg, wie Sommerfliegen im Herbſte! Mein Se⸗ liger geſund und friſch ging er aus todt oder halbtodt wenigſtens brachten ſie ihn mir nach Haus. Und er ſchwitzte und ſchwitzte, und kaum hatt' ich ihn wacker zugedeckt, damit er das Gebreſten vollends durchſchwitze Trude! rief er noch einmal, und war weg. Das hatte gewiß etwas zu bedenten.

Die Tuneckens fiel ein:Ei was! ſchau hin, ſchan her, der engliſche Schweiß war die Peſt, und die Peſti⸗ lenz iſt der Tod, und eine Strafe Gottes war's. Mit der Strafe war jedoch dazumal die Zeche abgemacht. Was ſagt ihr aber zu dem Schweifſtern, der im vorigen Herbſtmonat ſeine Ruthe über das Münſterer Land aus⸗ geſtreckt hat 2