Drittes B uch.
1532— 1533.
Zehntes Kapitel.
Weihnachtszeit zu Muͤnſter.
Die letzte Feſtwoche im Jahre war eingetreten; eine Zeit, die in Weſtphalen gebührend gefeiert zu werden pflegte. Doch hatten ſich die bürgerlichen Verhältniſſe des Bisthums Münſter und vor Allem die der Haupt⸗ ſtadt ſo wunderlich geſtaltet, daß die Eintracht nicht mehr vorhanden war, die allein die heitere Weihnachts⸗ feier zu ſchmüͤcken und zu beleben im Stande iſt.
Das alte Muͤnſter, reich an Bürgern, Gut und Gelde, vornehm an Herkommen ſeiner edeln Geſchlechter und ſeiner edeln Stiftungen, fröhlich und üppig, eben weil es reich und vornehm, hatte zu Ende des Jahres 1552 ſeine äußere und innere Geſtaltung ganz verändert. Die Ordnung auf Straßen und Plätzen, in Kirchen und Stif⸗ tern, auf dem Rathhauſe und in den Wohnungen der Bürger war verkehrt; Gaſtfreundſchaft, die alte Tugend


