Teil eines Werkes 
1. Band, Der Jude : deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts : 3. Theil (1838)
Entstehung
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Saale. Denn das junge Volk hatte, Braut und Bräutigam an der Spitze, den Tiſch verlaſſen, um ſich an raſcher Be⸗ wegung zu ergötzen. Die Alten waren zurückgeblieben, und ließen ſich das letzte Prachtſtück der reichen Tafel, den köſt⸗ lichen Mandelkäſe ſchmecken, der bei keiner ähnlichen Feſtlich⸗ keit fehlen durfte, und auf deſſen Zubereitung die größte Sorgfalt verwendet wurde. Während nun alſo Alt und Jung dem Vergnügen fröhnte in erlaubter Hingebung, brach plötzlich von auſſen die Störung ein, die das luſtige Band der Geſelligkeit zerriß. S iſt Feuer! ſchrie Alles, und die Männer, beſorgt für ihr Hab und Gut, machten ſich bereit, dahin zu gehen, wo ihre Gegenwart erforderlich ſeyn möchte. Auch Herr Diether ſäumte nicht, ſeiner Schöf⸗ fenpflicht zu gehorchen, die ihn zum Wittelpunkte der Gefahr rief. Vergebens waren die Bitten Margarethens, umſonſt die Vorſtellungen des Sohns, der ſich erbot, an ſeiner Statt auf den Römer zu eilen, und für ihn einzuſtehen in der ge⸗ fährlichen dunkeln Nacht. Der unbeugſame alte Mann hatte zu viel Eifer, einen all zu hohen Begriff von ſeiner Würde, als daß er hier ſich hätte überreden laſſen können; er ging und ließ ſeinem Dagobert noch obendrein den Be⸗ fehl zurück, als Schirmvogt im Hauſe zurückzubleiben, und für das Wohl der Frauen beſorgt zu ſeyn. Darauf ging er hinweg, und wollte kaum dem Edelknecht von Hülshofen, den Dagobert zum Beiſtand aufgefordert, erlauben, an ſei⸗ ner Seite zu bleiben, damit er unverſehrt wieder nach Hauſe

kehre. Das Hochzeithaus gewann nun ein ganz anders An⸗

ſehen. Das Geſinde wurde ausgeſchickt, und nur einige rüſtige Knechte zur Hut der Pforte zurückbehalten; die zu⸗ rückgebliebenen Frauen hatten ſich in einen dichten Kreis um