Teil eines Werkes 
3. Band, Der Jesuit : Charaktergemälde aus dem ersten Viertel des achtzehnten Jahrhunderts : 3. Band (1838)
Entstehung
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geſetzt, und werden mich freilaſſen, wenn einmal der Pro⸗ vincial es gut heißt. Sie haben mir bewieſen, daß ich die geheime Gemeinde und den Orden bloß gegeben; daß ich jenes Unternehmen zerſtört, daß ich Dich der Geſellſchaft ab⸗ wendig gemacht, daß ich pflichtwidrigen Gedanken und Wor⸗ ten Raum gegeben, daß ich dieſelben verbreitet. Ich mußte endlich Alles zugeben, und danke von Herzen meinen Vätern und Brüdern die milde chriſtliche Strafe: ſie konnten dem alten Sünder das Kleid nehmen, und haben's nicht gethan, ſie konnten mich verſtoßen, oder in einen feuchten Kerker, dunkel und ſchaurig, ſperren, und ſie haben mich behalten; ich ſitze in einer warmen Zelle; leibliche Speiſe bringt mir der gute Litzach, der Wittwer und kinderlos geworden unſer Pförtner iſt. Geiſtlichen Troſt bereitet mir mein ehrwür⸗ diger Beichtvater. Ich ſehe freilich ſonſt keinen Menſchen, aber dafür meinen innern; ich höre kaum etwas von der Welt, aber iſt's denn auch der Mühe werth? Während im Reiche Polen und Sachſen und Frankreich der Krieg brennt, wohne ich im ſtillſten Frieden, leſe die Bücher geiſt⸗ licher Autoren, die Lebensbeſchreibungen der heiligen Mär⸗ tyrer und unſrer Ordenslichter, und denke zuweilen über die Seele hinaus an Dich und an Müſſinger dann an meine guten Eltern und die arme Clara über den Ster⸗ nen, und endlich an die Zeit, da ich ſie Alle dort oben wiederfinden werde. Wenn ich meinen Beinen glaube, die der gewohnten Bewegung ermangelnd mir dann und wann den nöthigſten Dienſt verſagen, ſo dürfte bald die Hülle fallen; noch ſchlägt jedoch das Herz geſund, und der Geiſt brennt hell genug, Dein Bild vor meine trübern Au⸗ gen zu bringen. Der Brief, den Du mir durch den Kaufmann