Was ich an ihnen zu thun begann, wagte ich für mich, zu meiner eigenen Zufriedenheit zu thun, und dieſes war men Vergehen gegen die Pflicht, nur für den Zweck des Allge⸗ meinen zu arbeiten, nur im Sinne und zum Vortheil des Ganzen, der heil. Geſellſchaft, der ich angehöre, zu wirken. Daher alle folgende Uebel, mit denen uns der Herr heim⸗ ſuchte, zu deſſen größerer Ehre allein wir handeln ſollen,— den ich aber vergaß, um eigener Schöpfung Behagen zu finden. So wie ich thätig für mich ſelbſt wurde, trat ich aus des Ordens Schranken, und mußte dann, wie ein aus ſeiner Bahn geworfener Stern, meinem Schickſale folgen.— Das iſt mir erſt ſeit einigen Jahren klar geworden, da mein Irrthum geſchwunden war, der in Europa ſchon begonnen, der ſich in der neuen Welt ausgewachſen. Ach, jene neue Welt war auf dem Punkte, mich gänzlich von der Mutter loszureißen. Jenem gefährlichen Boden entkeimt auch Ge⸗ fahr für eine ſchwache Seele! Man glaubt, dort mit hellen Augen zu ſehen, wie Gott die herrlichſten Gaben der Natur an Chriſten und Heiden ſpendet, gleichſam ohne Unterſchied;z wie der blindeſte Götzendiener ruhig ſtirbt, wie nur der frömmſte Diener des Herrn. Man geräth leicht in Verſu⸗ chung, zu glauben, dieſe Unchriſten möchten ſelig werden, wie wir: man möchte zweifeln an dem, was die Satzungen der Kirche ſagen. Aber,— indem man zweifelt, reißt uns ſchon der Strudel der Verderbniß mit fort, und, hätte mich nicht das Pflichtgefühl erhalten, auch ich wäre untergegangen. Von dem Senator fürchte ich dieſes, und wünſche, Du könn⸗ teſt mir das Gegentheil berichten. Denke Dir, wie ſchmerz⸗ lich es für mich ſeyn müßte, den Mann, um deſſen Seligkeit ich faſt die meinige geopfert hätte, wieder verſinken zu ſehen!
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3. Band, Der Jesuit : Charaktergemälde aus dem ersten Viertel des achtzehnten Jahrhunderts : 3. Band (1838)
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