Teil eines Werkes 
3. Band, Der Jesuit : Charaktergemälde aus dem ersten Viertel des achtzehnten Jahrhunderts : 3. Band (1838)
Entstehung
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und nicht aus den Gränzen ihres Rechts treten; widrigen⸗ falls ſie natürlich und leider den urſprünglichen Rechten ihrer Untergebenen verfallen müſſen. Das iſt nicht von Dir zu fürchten. Du biſt gottgefällig, ein milder Herr. Woher alſo der Unfriede, der Dich quält? Das Gefühl, ſo man Liebe zum Weibe nennt, iſt freilich ein blindes, wie es auch bereits die Poeten und Bildner des Alterthums in Figuren und Gedichten dargeſtellt haben; aber Dein Alter, guter James, ſollte ſchon ein hellſehendes ſeyn. Wohl gethan iſt's, zu freien, ſagt ein heiliger Mann, aber beſſer, es zu laſſen. Zweckloſe Liebe iſt jedesmal ſogar verwerflich. Danke dem Himmel, daß er Dich von der Proteſtantin riß: ſie hätte Deine Seele verderbt; danke ihm, daß er die In⸗ dianerin Dir nahm, denn ſie verehrt den Heiland und die Mutter wie eine Götzendienerin, und kennet den ewigen Va⸗ ter nicht. Ich kann auch nicht glauben, daß in der That Dein Herz noch bluten ſollte, ob dieſer eingebildeten Wun⸗ den. Du biſt zu vernünftig dazu, und es möchte nur ein Selbſtbetrug ſeyn, der Dich mit Kummer beſchwert. Ich halte dafür, daß dieſe Bekümmerniß eine Buße ſey, die Dir der gnädige Vater auferlegte, weil Du nicht gethan nach ſeinem Befehl und Deinem Verſprechen. Du fühlteſt Dich freilich nicht geſchickt, in unſere Geſellſchaft zu treten; ich ſelbſt bereuend geſtehe ich's redete Dir zu einer Zeit das Wort, da ich in Deinen Glauben mich verwickel hatte, und vor Deinem Widerwillen ſchauderte. Ich armer kinfäl⸗ tiger Menſch! Dem gereizten Herzen eines Jünglings ohne Ziel vertraute ich, nichttrauend der Macht und der Gnade unſers Erlöſers, der auch das widerſpenſtigſte ja, das unwürdigſte der Gefäße zu heiligen vermag. Gedenke Sauls,