142
nach einem reizenden Gebüſch, das den Hofraum begränzte. An blühenden Algaroven und Mondblumen vorüber, traten ſie vor eine ſtille dunkle Laube. Auf dem Raſenſitz darin⸗ nen ruhte ein ſchöner als alle Blumen blühendes Weib. Es ſchlummerte, und an ſeiner Bruſt hing mit geſchloſſenen Au⸗ gen ein lächelnder Säugling.
„Ines!“ ſeufzte leiſe— denn ſeine Bruſt vermochte, zu⸗ ſammengeſchnürt, keinen lauten Ton zu geben,— der Kapi⸗ tän, und fuhr erbittert gegen ſein Geſchick, beſchämt vor dem Glücklichen, zurück.—„Mein Weib!“ ſagte Fernandez leiſe und ſchonend. Er wollte hingehen und die Schlummernde wecken. Mit Rieſenkraft, ſich ermannend, riß ihn James von der Stelle weg.„Um aller Heiligen Willen!“ bat er außer ſich:„haltet ein, Fernandez. Stört nicht ihren Frieden, mehrt nicht meinen Schmerz. Den offenen Augen dieſes verſcherz⸗ ten Engels müßte ich unterliegen. Nennt ihr meinen Namen nicht, damit ſie glücklich ſey. Ich bin fertig mit den Freu⸗ den der Erde. Lebt wohl! Hinaus in die Savannen, in die Felsgebirge, mit der Handvoll Staub, die zertreten werden mußte, um die Blumen fremden Doppelglücks zu treiben!“—
Er ſchwang ſich wie raſend, ohne auf Fernandez Zureden zu hören, auf ſein Roß, und die Diener hatten Mühe, dem Zurückeilenden zu folgen, ſo ſpornte er das Thier, ſo trug ihn der Wind. Die vor die Hütte tretenden Abiponer,— der Tage ihrer wilden Kraft ſich wohlgefällig erinnernd, prieſen den unerſchrockenen Reiter; er hörte aber nicht ihr Lob, er ſah nicht mehr die Gräber der Freunde, nicht mehr die Pracht der Felder, und wilder als die Thiere der Haide


