Teil eines Werkes 
3. Band, Der Jesuit : Charaktergemälde aus dem ersten Viertel des achtzehnten Jahrhunderts : 3. Band (1838)
Entstehung
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wenn Don Philipp, unſer allergnädigſter Herr, es ſo zu haben begehrte. Wir ſind hier auf dem Lande, unter harm⸗ loſen Menſchen. Hier iſt's uns auch in der Ordenskleidung vergönnt, ein Menſch zu ſeyn. Ich bin der Vater meiner Untergebenen; der Freund der Fremden; nicht ihr Stock⸗ meiſter. Verlangen Sie das nicht, meine Obern.

Schwachkopf! ſagte der Rector verächtlich vor ſich hin.

Der Conſultador drohte dem Pfarrer ernſthaft mit dem Finger:Sie machen ſich eine böſe Note, lieber Mannz ſprach er:Ohnehin hat Ihr Vikar, der nach Cordova zu⸗ rückkam, Ihrer nicht zum Beſten gedacht.

Weil ich ihn fortſchickte; war Luis Antwort:weil er in Kirche und Haus, bei Männern und Frauen Alles das that, was unſer Heiland nicht gethan hat. Der ehrwürdige Pater Provincial wird aber auch mich hören, und nicht allein den tückiſchen Andaluſier. So alt ich bin, ſcheue ich noch nicht, dem Recht zu Liebe, den weiten Weg nach Cordova.

Ihr werdet ruhig hier verbleiben! erwiederte ihm mit imponirendem Tone der Conſultador:Die Disciplinargeſetze unſerer Geſellſchaft ſind Euch ſeit einem halben Jahrhunderte bekannt, und ſomit kein Wort weiter.

Ich bin kein Rebell; antwortete der verblüffte Pfarrer: aber, was Sie verlangen, iſt nicht meines Amts.

Sie kommandiren Ihre Milizen als Oberſt; lachte der Conſultador:ſie verſtehen es aber nicht, einen Menſchen zur Haft bringen zu laſſen! Sennor Corregidor! Sorgt Ihr, daß dieſes Mädchen ſowohl, als der junge Menſch getrennt in ein ſicher verwahrtes Haus gebracht werden, bis zu meiner Rückkehr.