Teil eines Werkes 
3. Band, Der Jesuit : Charaktergemälde aus dem ersten Viertel des achtzehnten Jahrhunderts : 3. Band (1838)
Entstehung
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zu verdoppeln den herrlichen Strom. Mehrere rieſenhafte Payaquas, bis zum Gürtel im Waſſer ſtehend, mit brennend roth gefärbten Haaren und breiten Schultern, leiteten die aus dem violetten Holze der Algarova gefertigten klangen Kähne ſorglich an Felsſtücken und Sandhügeln vorbei, dem Landungsplatze zu. Der Anblick dieſer wilden Leute beun⸗ ruhigte die am Ufer ſtehenden Quaranier, doch ein Blick nach den Kähnen ſelbſt beſchwichtigte ihre Furcht. Zwei an⸗ genehme weiße Frauengeſichter ſahen zwiſchen krauſen Neger⸗ köpfen wie Lilien aus der Nacht hervor, und neben ihnen flatterten ſchwarze Mäntel der Geſellſchaft Jeſu; hier will⸗ kommene Boten der Friedlichkeit. Längs dem Strande zur Miſſion kehrende guaraniſche Jägersleute, die den Tapir in den Sumpfwäldern verfolgt hatten, feuerten mit gellendem Geſchrei, die Väter des Ordens zu empfangen, ihre Gewehre in die Luft ab. Lebhafte Neger antworteten mit den Piſtolen und Vogelflinten, die ſie am Bord hatten. Die Glocke in der Miſſion läutete. Von Feldern und Wieſen ſtrömten alle Bewohner zuſammen. Pater Luis, ſammt Regidor und Alcade und den älteſten Indianern, erwartete am Ufervorſprung die Ausſchiffung der Fremden. Auf den ſtarken Schultern der Payaquas ſchwebten die Damen über die Fluthen; nach ihnen wurden die geiſtlichen Herren herübergeſchafft. Mit ruhiger Demuth empfing der Pfarrer die Vorgeſetzten; mit fröhlichem Jubel James ſeine Begleiterinnen. Juſtine ſah ſich mit glänzenden Augen rund um, und rief:Ein herr⸗ licher Ort, Monſieur White! wo aber iſt mein Vater? iſt er ſo krank, daß ihn die Nachricht von der Ankunft ſeines Kindes nicht an den Strand zu führen vermag? zu ihm!