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Mägden, die in langen ſchwankenden Körben an Lianenſtau⸗ den große Vorräthe von Mais und Thee herbeitrugen. Der Pfarrer, eine geſunde, obgleich ſiebzigjährige Geſtalt, begab ſich würdevoll in die Mitte ſeiner Pfarrkinder und ſagte: „So iſt denn wieder mit Gottes, des Ewigen, Hülfe ein mühevoller Tag der Arbeit und des Fleißes zurückgelegt. Der wackere Mann, Euer Corregidor, meine Kinder, hat mir den erfreulichſten Bericht über Euer Streben abgeſtattet; und neben Dir, Du guter Juan Bosco,“— der genannte In⸗ dianer bückte ſich geſchmeichelt und demüthig,—„der unſere große Caamiripflanzung ſo vortrefflich zu bewäſſern unter⸗ nommen hat, habe ich alle Uebrige zu loben, mit Ausnhme eines Einzigen, deſſen ich leider mit verdientem Tadel ge⸗ denken muß.“
Die Leute ſahen ſich ernſthaft und verwundert an; aber ohne den Aufruf abzuwarten, trat Einer aus dem Volke, ein rüſtiger junger Mann hervor, und kniete mit betrübter Miene nieder, indem er ausrief:„Ach, Vater Luis! vergebt doch ja, und auch der gute Vater über dem Himmel vergebe mir! Ich habe geſündigt; ich habe im Zorne meine Nachbarin, die gute Cordula, verwünſcht, und Unkraut in ihren Acker geflucht. Ich bekenne meinen Fehltritt und will ihn nie wieder thun!“
„Recht, Francisco;“ verſetzte der Pfarrer:„Du haſt die Liebe des Nächſten und Gottes Langmuth und Fürſicht belei⸗ digt; ein ſchweres Vergehen. Laß ſehen, ob Cordula die Pflichten einer wahren Chriſtin beſſer verſteht. Tritt her⸗ vor, Du beleidigte Nachbarin des reuigen Francisco, und ſage, was, nach Deinem Wunſche, dem Beleidiger geſche⸗ hen ſoll?“


