katholiſch zu werden! Gvott erbarme ſich unſer! Ich bleibe keinen Augenblick mehr an Deiner Seite!“—
Vergebens warf ſich Juſtine ihr bittend in den Weg⸗ Schluchzend, wüthend, wie eine dem Teufel Entlaufende,
drängte die Senatorin ihre Tochter von der Thüre.„Weg⸗
Satanskind!“ rief ſie aus vollem Halſe:„helft mir, ihr guten Chriſten! Ich gehe nicht mit einem Schritte mehr in das Haus des Abtrünnigen!“
Auf der Treppe von einem Schwarme von Betſchweſtern umringt, die fragten und ſchimpften, und bedauerten, ging das Kreiſchen des unvernünftigen Weibes in ein widerliches Heulen über, das der Menge Gemurre und des Predigers Stentorſtimme gewältigte.„Ich unglückliches Weib!“ ſchluchzte ſie:„wer führt mich zu meinen Verwandten, damit ich ſicher ſey vor dem Teufel, an den man mich verheirathet hat? Ich habe zu Allem geſchwiegen, aber nun kann ich's nicht mehr. Der elende Mann hat im Lotto geſpielt, hat den Holländer umgebracht, und nun erſt.. katholiſch zu werden... ich armſeliges Geſchöpf!“
Endlich wurde ſie fortgebracht, und mit ihr ging die Steuercommiſſärin und viele Freundinnen.„Da haben wir's ja!“ ſagte die Erſtere triumphirend.„Da hören Sie's ſelbſt, meine Lieben! den Holländer umgebracht, wahr⸗ ſcheinlich nicht minder deſſen Sohn, der ſeit geſtern verſchwun⸗ den iſt..! Lotterie geſpielt... katholiſch geworden! und mit alle dem that der ſchlechte Mann als wie ein Tugend⸗ ſpiegel! Aber mein Mann ſoll auf der Stelle zum Bür⸗ germeiſter, und dann wollen wir ſehen, ob noch Recht im Lande iſt!“


