Teil eines Werkes 
3. Band, Der Jesuit : Charaktergemälde aus dem ersten Viertel des achtzehnten Jahrhunderts : 2. Band (1838)
Entstehung
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und den Vater erzürnen.Den Vater? rief die Mut⸗ ter zuſammenfahrend aus;ſchweige von ihm. Ich will nichts von ihm wiſſen, nichts von ihm hören! Ich wollte, ich hätte ihn nie geſehen. Du wäreſt nie geboren worden! Mutter! Ich wollte, meine Augen müßten den fremden Gaſt nicht ſehen. Aber nicht wahr, es wäre unſchicklich, wenn ich bei Diſche ſehlte?Gewiß, liebe Mutter! Be⸗ denken Sie ſelbſt, die Frau vom Hauſe....

Mein Heiland, ja! Was muß man nicht thun, um der Schicklichkeit willen? Was muß man nicht verſchweigen und verbeißen um der Schande willen! Ach, liebſte Tochter, ich werde viel leiden an dieſer Tafel! Jeder Biſſen wird mir im Munde quellen. Ach Gott! verzeihe mir meine Sünden; womit hab' ich aber all dieſe Noth verdient?

Ich fürchte mich bei Ihnen, Mutter!

Bei mir? ächzte das Weib, das ſich mit Gewalt in eine Aufregung verſetzte, die ſich lächerlich uud peinlich zu⸗ gleich ausnahm;bei mir, Du gottloſes Kind? Und ich bin doch ein Lamm, wie Schnee ſo rein; und ich habe Dich zur Welt geboren, und ich ſinne und ſinne ſeit geſtern, daß mir der Kopf ſchwindelt, wie ich Dich, meinen Herzensſchatz, mit mir zugleich erretten kann. An mir ſollſt Du Dich halten, und nur Gott fürchten in Demuth, und... Deinen Vater in Angſt! Fürchte Dich vor dem Vater, wie das un⸗ ſchuldige Lamm vor dem Wolf! Thue von heute an nie mehr, was er begehrt, denn er begehrt nur unſer Verderben.

Juſtine ſah die Frau, die ſich wie eine in Wahnſinn fal⸗ lende zerängſtigte, mit großen Augen, dann mit Mitleid, dann mit Geringſchätzung an, drehte ſich endlich kurz und

gut um, und ſah nach ihren Pflichten. III. 2. 2