Teil eines Werkes 
3. Band, Der Jesuit : Charaktergemälde aus dem ersten Viertel des achtzehnten Jahrhunderts : 1. Band (1838)
Entstehung
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Wohl bekomme ihnen die Mama von vier Zentnern! ſagte der Senſal ſpöttiſch, und nippte an ſeinem Glaſe: Sie und ihr federleichtes Töchterlein gönne ich Ihnen von Herzen.

Das ſpricht der Neid aus Ihm, Senſal.

Ei nu, Herr Lieutenant, hob die Wirthin an, die es nicht leiden konnte, daß andere Frauenzimmer hübſch gefun⸗ den wurden:das abſonderliche Wunderwerk finde ich nun auch nicht an der Mamſell. Ein patziges Dingelchen, recht keck, recht unverſchämt, und geſchminkt, ich laſſe mir's nicht nehmen. Geht ſie nicht am Sonntage wie ein Pfau auf ih⸗ ren hohen Abſätzen über die Gaſſe? Iſt wohl ein Menſch, der ſich nicht über ihren Stolz ärgerte? Die Mama iſt auch grob und hochmüthig; das weiß Gott! aber dabei iſt ſie dumm wie eine Henne. Das Töchterchen hingegen verſteht Ant⸗ worten zu geben, ſo ſpitzig und witzig, und giftig und triftig; daß allen ehrlichen Leuten die Galle ſteigt. Das leichte Töchterchen mag froh ſeyn, daß ſie ſchwere Geldſäcke aufzuweiſen vermag.

Der Senſal ſchnippte mit den Fingern.

Das ſpricht der Neid aus Ihnen, Frau Gaſthalterin! ſchaltete der Lieutenant ein; ſpaßhaft und impertinent zu⸗ gleich:Der Himmel verdopple mir die Gage, wenn ich nicht gleich zugriffe; die Jungfer dürfte nur die Hälfte ihres Geldes haben. Meine Schulden zu bezahlen fände ſich doch genug; auf Ehre.

Ew. Gnaden ſprechen in's Blaue hinein; verſicherte kaltblütig der Senſal:O! der Himmel hängt in dieſem Hauſe voll Geigen, aber die Baßgeige wird doch am Ende ein Loch bekommen. Sie hätte es jetzt der dicke