Teil eines Werkes 
3. Band, Der Jesuit : Charaktergemälde aus dem ersten Viertel des achtzehnten Jahrhunderts : 1. Band (1838)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

14

Er begleitete jedoch dieſe alltägliche Verrichtung mit ſo vie⸗ len heftigen Bewegungen und ſchlecht unterdrückten Zorn⸗ worten, daß die Comptvirgehulfen aufmerkſam wurden, und manchen neugierigen Blick durch die Gitterrahmen in das Cabinet des Prinzipals ſandten. Endlich, nachdem der ganze Briefpack durchflogen, ſtürmte der Senator wie ein Pfeil vom Seſſel auf, warf Schubladen und Schlöſſer zu, und tobte durch die Nebenthur in das Innere des Hauſes.Der himmliſche Vater erbarme ſich! ſeufzte Berndt mit andäch⸗ tigem Blicke und Händefalten, denn er gehörte zur philadel⸗ phiſchen Geſellſchaft:was wird es heute wieder in dem Hauſe geben? Der andre Diener, Nothhaft, ein ziem⸗ lich lockrer Geſelle, lachte indeſſen wie ein Schelm vor ſich hin, und ſummte die Worte eines damals beliebten Liedes: Nach dem Brunnen geht der Krug Oft genug; Und am End' bekömmt er doch Welch ein Loch!

St! ziſchte der Buchhalter, hinter dem Hauptbuche auf⸗ ſtehend, zu dem Vorlauten hinüber, und Berndt ſtieß ihn mit dem Ellenbogen in die Rippen. Der arge Menſch fuhr aber kichernd, wiewohl noch leiſer, fort:

Chriſt ſitz ſteif, denn der Proteſt Setzt Dich feſt; Und dann heißt's mit Schand und Spott, Bankorott! 5 Will Er wohl ſchweigen? ſchalt der Buchhalter auffah⸗ rend; Was ſollen dieſe Schelmenverſe in einer ehrſamen

Handelsſtube? Pfui des leichtfertigen Dieners, der ſeine