mir wohl will, rettete mich vom Soldatenſtande. Aber noch lebe ich von ſeinen Wohlthaten, und ich ſchäme mich deſſen.“ Das iſt recht; Wohlthaten erzeigen, iſt wacker, aber edler, ſie nicht zu mißbrauchen. Verſteht Ihr etwas vom Handel, junger Herr?—„Nein; ich ſollte Theologie ſtudiren; ver⸗ ſtehe Latein, Rhetorik, Philoſophie, ein bischen Spaniſch, und aus dem Grunde meine Mutterſprache.“— So? Ver⸗ dorbner Theolog alſo? Doch Proteſtant, will ich hoffen?—
Der junge Mann bückte ſich ſchweigend.
Könnt und wollt Ihr Unterricht im Engliſchen geben? fragte Mufſinger weiter.—„Ich kann's, und ſchäme mich deſſen nicht.“
Kommt mit. Verſuchts mit meiner Tochter. Freie Sta⸗ tion, wie meine Comptvirdiener, die Wohnung ausgenommen, und ein billiges Salär nach Euern Fähigkeiten verſpreche ich Euch. Beliebt's?—„Gern; doch muß ich's meinem Verſorger melden.“— Gut; wer iſt der Mann?—„Ein Doctor der Rechte, heißt Leupold, iſt vor Herkunft ein Fremder, lebt zu ſeinem Vergnügen ſeit anderthalb Jahren ungefähr in hieſiger Stadt, und beſchäftigt ſich ausſchließlich mit ſeinen Studien.“— Ein Bücherwurm und Rechts⸗ verdreher alſo? murmelte der Senator zwiſchen den Zähnen: Bin nicht neugierig auf die Bekanntſchaft. Mögt indeſſen ſein Gutachten einholen, junger Herr. Er wird wohl nichts dagegen haben, denn ich bin der Senator Müſſinger!—
Der ſtolze Kaufmann ging von dem unglücklichen jungen Baronet weg, und vergaß denſelben im Gewühl ſeiner Ge⸗ ſchäfte bald darauf. Der finſtere und einſilbige Buchhalter trat ihm in der großen Schreibſtube mit einem Paket Briefe entgegen, die er alſobald, wie gewohnt⸗ erbrach und durchlas.


