kommt Rath.“ Noch an demſelben Abend fand ich auf meiner Stube eine vortreffliche Latwerge mit Zucker und feinem Gewuͤrz, und dabei koſt⸗ liches Gebäck und ſteinalten Rheinwein. Dieſes hatte die gute Hausfrau, mir zum Labſal und zum Vergnuͤgen, dem Philipp uͤbergeben, und ſich dabei geaußert: ſie muͤſſe jetzt fuͤr mich ſor⸗ gen, weil ſie mich an Kindesſtatt adoptire. Eine recht artige Surpriſe! dachte ich mir, und ließ mir's, sur mon honneur, tapfer ſchmecken. Den andern Tag jedoch war von Frau Chriſtiane nichts zu hoͤren und zu ſehen, und auch die folgenden Tage nicht, und die uͤbrigen Glieder der Fami⸗ lie machten ſaure Geſichter, wie es vorher noch nie paſſirt. Der Philipp ſagte mir aber, daß Frau Chriſtiane krank ſey, weil ſie ſich mit ih⸗ ren Blutsfreunden disputirt habe, wie er aus dem Munde der Magd vernommen. Es war mir ſehr frappant, daß die frommen Leute ſich alſo desperat zanken mochten, machte mir aber
nicht viel daraus, und ging meines Wegs wie
zuvor. Da kam der alte Kaufmann zur Abend⸗


