Teil eines Werkes 
30. Band, Herbstviolen : Erzählungen und Novellen : 1. Band (1834)
Entstehung
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es an eine einzige Leidenſchaft hängen? Nicht je⸗ der Menſch iſt fuͤr die Liebe geſchaffen; wer es aber iſt, diene ihr treu, und hege keinen andern Goͤtzen neben ihr. Die Sonne iſt darum bewun⸗ dernswerth und unuͤbertrefflich, weil ſie Allen leuchtet, Alle erwaͤrmt. Der Egoismus in der Liebe iſt unertraͤglich; was man mit Wonne ge⸗ liebt, muß man auch mit Freuden laſſen, damit ſich Andere an dem aufgegebenen Gluͤck ergotzen; eine Gunſt dem Liebenswuͤrdigen verſagen, ſcheint mir ein Verbrechen, wie der Eigenſinn, den Ge⸗ liebten fuͤr ſich zu behalten, wie ein Geiziger ſeinen Schatz. Darum ſollte der Marquis keine Winkelzuͤge machen. Er hat mich aber in drei Jahren nicht hinlaͤnglich kennen gelernt, um zu wiſſen, wie erwuͤnſcht es mir iſt, wenn er ge⸗ ruht, in andere Feſſeln ſich zu begeben.

Bachaumont antwortete mit der Hoflichkeit eines jungen Abbé's:Ich beuge meine Kniee vor Dir, o goͤttliche, wiedererſtandene Lais, Deine Philoſophie ſey geſegnet. Ja, Du biſt die Son⸗ ne, die Alles erleuchtet und erwaͤrmt, oder noch

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